
Endlich wieder Meer in Sicht. Wir sind dem Ruf der Rastafaris und der Surf-Legenden gefolgt und nach Puerto Viejo de Talamanca weiter gefahren. Das Städtchen liegt an der südlichen Karibikküste, nicht weit von Panama entfernt. Hier geht alles ein bisschen gemütlicher zu und her. Für Wernu als Berner gerade richtig. Zudem ist die Musikrichtung fast polizeilich vorgeschrieben: Reggae. Die Restaurants halten sich strikt daran. Die Leute sind hier auch farbiger als anderswo in Costa Rica – rot-gelb-grün - und tragen eine einheitliche Frisur: Dreadlocks. Mättu war schon mal hier und hat uns das Hotel „Guarana“ empfohlen. Zielsicher habe ich Wernu dorthin gebracht. Er hat die Situation allerdings ein bisschen unterschätzt. Ganz Costa Rica ist hier und die 60 Unterkünfte im Ort sind praktisch ausverkauft. So auch diese. Zum Glück waren wir zeitig und fanden in den Cabinas „Monte Sol“ Unterschlupf. Nicht weit vom Zentrum.
Wernu hat im
Vorfeld ziemlich den Mund aufgerissen und angemeldet, entweder Tauchen oder
Surfen. Denn hier hat es schöne Strände, tolle Riffs und eine Riesenwelle. Die
Tante vom lokalen Tauchanbieter hat rasch klar gemacht, dass mit Tauchen in den
nächsten sieben Tagen sicher nichts sei. Zu hohe Wellen, suboptimales Wetter
und praktisch keine Sicht. So machten wir uns auf, die Riesenwelle zu
besichtigen. Sie heisst „Salsa Brava“, wörtlich übersetzt wohl etwa „wilde
Sauce“. Sie ist wirklich eindrücklich. Zum ersten Mal hat es mich gedünkt, hier
seien keine Lehrlinge, sondern Könner am Surfen. Die „Salsa Brava“ ist scheints
die technisch anspruchvollste Welle in der Karibik. Da konnten wir doch
tatsächlich beobachten, wie einige Surfer die sich überschlagende Welle als
Tunnel nutzten. Als Wernu das gesehen hat, hat ihn der Mut verlassen und er hat
seine Surf-Ausbildung auf unbestimmte Zeit verschoben. Na ja, da bleiben dann immerhin
noch die schönen Strände. Das Wetter hat sich glücklicherweise nicht an die
Prognosen gehalten.
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